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Criminale 2012 Sauerland

Criminale 2012 im Sauerland

Das sensationelle 1:0

Foto: Jürgen Ehlers

Es gibt Niederlagen, die sind unglücklich.

Und es gibt Niederlagen, die tun weh. Richtig weh. Das 0:7 von Bayern München gegen Schalke 04 in der Saison 1976/77 zum Beispiel. Oder das 1:7 der Bayern gegen Düsseldorf in der Saison 1978/79. Und natürlich auch das 0:6 der Bayern gegen Kickers Offenbach in der Saison 1974/75. Ganz zu schweigen vom 3:7 der Bayern gegen Nürnberg in der Saison 1967/68.

In diese Kategorie gehört wohl auch die jüngste Niederlage des FC Criminale, das 2:4 gegen den SV Thülen, eingefangen anlässlich der diesjährigen Criminale im Hochsauerlandkreis. Schmerzhaft ist die Niederlage, weil die Krimi-Kicker zwei Mal in Führung gegangen sind. Schmerzhaft ist sie aber auch, weil die Gegner gar keine Gegner waren. Sondern Gegnerinnen.

Dabei hatte es diesmal lange so ausgesehen, als könne der FCC an seinen jüngsten Sieg (übrigens den ersten Sieg in Folge) bei einem Unicef-Turnier in Düsseldorf anknüpfen. Schon beim Aufwärmen zeigte das Team eine drückende Feldüberlegenheit und spielte seine technische Überlegenheit gnadenlos aus, was nur zum geringeren Teil daran lag, dass die Damenmannschaft noch nicht anwesend war.

Doch auch nach dem Anpfiff sah es lange nach einer faustdicken Überraschung aus. Nicht nur, dass der FCC minutenlang ein 0:0 halten konnte – das Team ging sogar nach einem fein herausgespielten Treffer durch den hängenden Vorstopper-Stürmer Marcel Feige in Führung – und zwar mit 1:0. Die Syndicats und auch die zahllosen Fans am Spielfeldrand reagierten mit völliger Verunsicherung. Niemand wusste so recht, wie er mit dieser ungewohnten Situation umgehen sollte.

Der FCC indes verfiel derweil in eine seiner alten Schwächen: Zu ballverliebt zeigten sich die Akteure, anstatt den berühmten Sack zuzumachen. Das 1:1 stellte den Spielverlauf dennoch auf den Kopf.

Fast eine Sensation

Die ebenso sensationellen Syndicats

Foto: Jürgen Ehlers

Nun zeigte der FCC freilich, was ihn von anderen Damenmannschaften unterscheidet. Und mitten in einen weiteren Sturmlauf des FC Criminale fiel dann ebenso folgerichtig wie überraschend das 2:1 durch Stürmerstar Norbert Horst (ob vor oder nach der Pause stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest, sicher ist allerdings, dass der Treffer vor dem Abpfiff fiel). An dieser Stelle erwarteten die FCC-Spieler eigentlich den Schlusspfiff des Unparteiischen, doch weil der ausblieb, erzielten die nun völlig demoralisierten Thülener Damen dann noch drei Treffer - die Namen der Torschützinnen(?)/Torschützeusen(?) müssen aus urheberrechtlichen Gründen ungenannt bleiben. Soweit wir uns erinnern, war es irgendwas mit F. Oder P.

Ja, es gibt sie, diese Niederlagen, die ganz besonders wehtun. Doch der FC Criminale wäre nicht der FC Criminale, wenn er nicht bereits wieder nach vorn schauen würde. Nach einem einwöchigen Frustsaufen sieht das Team optimistisch in die Zukunft: Ein Sieg, so die einhellige Meinung, wäre ein schaler Sieg gewesen. So richtet sich die Konzentration der Spieler schon auf die Criminale 2013 in Bern. Dort gab es bekanntlich schon mal ein Fußballwunder.

Peter Godazgar (Hofberichterstatter)