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Criminale Bern 2013

Rahn müsste schießen, spielt aber gar nicht mit

Auch in Zeiten des Internets und der sekundenschnellen Informationsverbreitung springt die Abteilung Hofberichterstattung des FC Criminale nicht über jedes Stöckchen. Über bestimmte Spiele muss man auch mal eine Nacht schlafen können, bevor man sie einordnet. Manchmal auch zwei Nächte oder noch etwas länger. Die Nachricht vom Untergang der Titanic erreichte die Menschen in London und New York auch mit deutlicher Zeitverzögerung.

Immerhin gilt: Was lange währt, wird endlich gut. Und so können wir nun also freudig mitteilen, dass es vor einiger Zeit wieder mal ein Fußballspiel des FC Criminale gegeben hat. Gegen eine Mannschaft aus der Schweiz. In der Schweiz. Genauer: in Bern, jenem mythologisch aufgeladenen Ort, der jedem, der einen Fuß- von einem Tischtennisball unterscheiden kann, immer noch Schauer über den Rücken jagt. Schauer der Ehrfurcht. Wir sagen nur: „Aus dem Hintergrund kommt Rahn! Rahn müsste schießen! Rahn schießt! Tor! Tor, Tor!“

Na, klingelt da was?

(K)ein Wunder von Bern

Jawohl, und eigentlich hatte auch alles gepasst für eine Neuauflage jenes „Wunders von Bern“: Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, so dass die Gefahr, ins Schwitzen zu kommen, minimiert war. Ein ackerähnliches Fußballfeld, das dem Zufallsmoment zahlreiche Impulse zu geben vermochte. Vor allem aber: Keine Linien auf dem Spielfeld, die die Spielzüge hätten begrenzen können!

Und natürlich: der Ort! In Bern gab es bekanntlich schon einmal ein Fußballwunder, vor …, na ja, ist schon ziemlich lange her. Oder sagten wir das schon?

Dass es am Ende doch nichts wurde mit der Neuauflage des Wunders von Bern lag natürlich zuallerletzt am FC Criminale. Ja, eine Weile lang sah es sogar nach einer faustdicken Überraschung aus. So etwa fünf Minuten nämlich, dann fiel das 1:0 für die Berner, natürlich mitten in einen Sturmlauf der Krimielf, aber so ist das ja immer. Augenzeugen behaupten, zur Halbzeit habe es dann 3:1 gestanden beziehungsweise 1:3 aus FCC-Sicht (den Ehrentreffer erzielte übrigens ein Leih-Schweizer, Thomas Kowa).

Und zu allervorletzt lag es an FC-Torwart Matthias 'The Wall' Herbert, der (außer bei den Toren) schier unüberwindlich war. Dies verdankte er nicht nur seinen katzengleichen Reflexen, sondern auch einer großzügigen Spende des ersten und einzigen FC-Criminale Sponsors Derbystar. Das neue Torwarttrikot verlieh 'The Wall' eine Eleganz, die in europäischen Strafräumen seit Toni Turek nicht mehr gesehen wurde.

Nun ja, nach der Pause wurde es dann auch nicht viel besser, was einen aber auch nicht wundern muss angesichts der niedrigen Temperaturen, des ackerähnlichen Spielfelds und der fehlenden Linien. Eigentlich war das eine Frechheit! Andererseits: Gewinnen, verlieren – das sind doch so bürgerliche Kategorien, von denen man sich vielleicht auch langsam mal verabschieden sollte.

Der FC Criminale hat es getan (zumindest von der Kategorie Gewinnen).

Ali müsste schießen

Nicht abfinden mit der Niederlage wollte sich hingegen Ehrenglauser-Preisträger Jürgen Alberts. Sträflich aus den Augen gelassen vom gegnerischen Torwart kam er aus der Tiefe der Zuschauertribüne und netzte mit unnachahmlicher Eleganz ein. Große Teile der Geschichte der FC-Criminale-Torjäger müssen nun wohl neu geschrieben werden!

Aus dem Hintergrund kommt Ali!

Ali müsste schießen! Ali schießt! Tor! Tor, Tor!