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Criminale 09 Bodensee

Das Spiel des Jahres

Im Mai stieg wieder das Spiel der Spiele.

Nein, nicht das Pokalendspiel in Berlin.

Der 1.FC Criminale trat zu seinem jährlichen Spiel im Rahmen der Criminale an, die dieses Jahr vom 6. - 10. Mai rund um den Bodensee stattfand. Nach einer knappen und unverdienten Niederlage im Vorjahr gegen die 'Nationalmannschaft der österreichischen Sportjournalisten' trat der FC dieses mal im Münchriedstadion in Singen an.

Wie immer traten die wagemutigen Recken (und Reckinnen) dem Gegner mit breiter Brust entgegen und verwandelten mit tatkräftiger Unterstützung der Syndikats (und Syndikater) und des eigenen Stadionsprechers die Arena in einen Hexenkessel.

Teamkäptn Izquierdo sagte dazu vor dem Spiel im Interview mit dem KICKER:

Wie gesagt, ich hoffe, die Niederlage des letzten Jahres ist aus den Köpfen meines jungen Teams raus. Denn nach dem Spiel ist vor dem Spiel und wir müssen jetzt nach vorne schauen. Der Gegner wird sich in diesem Jahr auf alle Fälle warm anziehen müssen. Immerhin sind wir seit August letzten Jahres ungeschlagen. Und ich sag mal, das Spiel dauert 90 Minuten und da kann eine Menge passieren. Eins kann ich unseren treuen Fans jedenfalls versprechen. Ein 0:0 wird es mit dem 1.FC Criminale nicht geben.

Die Aufstellung

Tor
Monika "Kralle" Lechner

Abwehr
Rudi "Sense" Jagusch
Berti "Schnädelknacker" Knorr
Jürgen "Zinedine" Siegmann
Peter "Katsche" Wark
Daniel "Daddy Longbein" Badraun

Mittelfeld
Klaus "Stickinho" Stickelbroeck
David Knorr
Andreas "El niño" Izquierdo
Horst "Horstinho" Eckert
Alex "Inferno" Pfeiffer

Sturm
Norbert "Bomber" Horst
Jean "Zwölfmeterschinder" Wiersch

Der Spielbericht

gefühltes Spielerverhältnis 1:4

In diesem Jahr scheute der FC keine Mühen und Kosten und hatte zur Unterstützung von Stadionsprecher Erwin 'the Voice' Kohl zusätzlich den international anerkannten Fußballexperten Peter 'Franz' Godazgar einfliegen lassen. Hier sein Spielbericht:

Der Gegner war am Ende am meisten überrascht. „Damit haben wir nie gerechnet“, hätte der Trainer der Singener Betriebssportgruppe wahrscheinlich gesagt – wenn er denn gefragt worden wäre. So erfahren wir leider nie, womit er nie gerechnet hätte.

Womit die Fans des FC Criminale nie gerechnet hätten, steht allerdings fest: mit einem Unentschieden. Denn damit hätte sich der FC nach der knappen Vorjahres-Niederlage in Wien selbst nicht zufrieden gegeben. Es galt, Wiedergutmachung bei den Fans zu leisten. Und so lief das Team, nachdem es sich in der Umkleidekabine ebenso erfolgreich wie elegant umgezogen hatte, motiviert bis unter die Haarspitzen (soweit noch vorhanden) zum Saisonhöhepunkt im Singener Münchriedstadion ein. Dort allerdings wartete gleich die erste Überraschung. „Wie, zum Henker, kommen wir denn über den Wassergraben?“, fragte sich nicht nur Mannschaftskapitän Andreas Izquierdo. Glücklicherweise stellte sich schnell heraus: Der Wassergraben rund um das Spielfeld war gar keiner, sondern eine blau bemalte (und keineswegs den DFB-Statuten entsprechende) Laufbahn.

Ein taktisch kluger Schachzug der Gastgeber blieb die Farbgebung freilich trotzdem, hielten sich die FC-Spieler während des Spiels doch auffallend fern von den Seitenlinien, was dem Gegner wiederum reichlich Möglichkeiten beim Spiel über die Flügel einräumte. Ein Vorteil jedoch, den die Singener kaum zu nutzen vermochten – man hatte schlicht vergessen, Flügel mitzubringen!

Leider konnte der FC aus diesem Handicap keinen Profit schlagen (wollte es wohl auch nicht; billige Gastgeschenke werden aus guter Tradition ausgeschlagen), so dass die Singener bereits in der dritten Spielminute das 1:0 und damit „so etwas, ja gut, wie eine kleine, ja gut, Vorentscheidung“ (Franz Beckenbauer) erzielten. Tradition, traurige allerdings, ist inzwischen die Benachteiligung des FC durch den Schiedsrichter. Diesmal griff der „Unparteiische“ zu einem besonders perfiden Trick: Der Mann in Schwarz bremste den ungehemmten Sturmlauf des FC und den folgerichtig daraus resultierenden 1:3-Anschlusstreffer durch Norbert „Bomber“ Horst, indem er die Mannschaften zum Seitenwechsel aufforderte – mit der schon lachhaft fadenscheinigen Begründung, die erste Halbzeit sei vorbei.

In der zweiten Hälfte wurde das Spiel dann das, was Reinhold Beckmann gerne einen „munteren Kick“ nennt. Die FC-Spieler „rackerten und zackerten“ (Dieter Kürten) und ließen die Singener ein ums andere Mal meisterhaft ins Leere laufen. Das Trainingslager in Dubai und das Höhentraining in den Anden hatten sich bezahlt gemacht; die FC-Spieler zauberten, was das Zeug hielt (unter anderem ein supersüßes Kaninchen aus einem Hut und einen dollen Papierblumenstrauß aus einem ganz gewöhnlichen Stock). Auch das Eckenverhältnis – vier Stück, 90-Grad-Winkel – spricht Bände.

Unklarheit herrscht bis heute allein über den Endstand: Die DFB-Schiedskommission behauptet steif und fest, das Spiel sei 1:7 ausgegangen. Wer dabei war, weiß es besser. 1:3!

Zurück in die angeschlossenen Funkhäuser
Peter Godazgar

Und hier noch einige Fotos, die uns von Sanne Kaperlat zur Verfügung gestellt wurden.