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Ruhr LitCup 10 Unna

Der FC Criminale, die Krimielf des Syndikats, ist wohl der einzige Verein der Welt, der niemals zu Hause spielt. Und das erfolgsgewöhnte Team steht vor seiner längsten und schwersten Saison.

Zunächst stand im April 2009 das traditionelle Spiel im Rahmen der Criminale, dem größten deutschsprachigen Krimifestival, auf dem Plan. Danach stand eine mehrmonatige Regenerationsphase auf dem Plan von Trainer Seysigstikow, bevor es im Herbst zum alljährlichen Showdown während der Criminale in der Eifel kommt.

Unterbrochen wurde dieses ausgetüftelte Trainingsprogramm lediglich durch die Teilnahme am RUHR LIT CUP – der Autorenfußballeuropameisterschaft in Unna vom 29. April bis zum 2.Mai 2010.

Ruhr Lit Cup

Der FC Criminale stand vor seiner größten Herausforderung. Deutschlands erstaunlichstes Fußball-Team nahm Ende April in Unna am Ruhr-Lit-Cup 2010 teil. Dahinter verbirgt sich nichts weniger als die Fußball-Europameisterschaft der Autoren-Nationalmannschaften. Qualifizieren für dieses hochkarätig besetzte Turnier konnte sich nur, wem es gelang, zehn Mal hintereinander ganz schnell „Fußball-Europameisterschaft der Autoren-Nationalmannschaften“ zu sagen.

Die FCC-Kicker mussten sich ab dem 30. April mit Teams aus Österreich, England, Italien, Schweden, der Türkei und Ungarn messen. Bei den Criminale-Kickern wurden da natürlich viele Erinnerungen nicht wach, denn das Team hat gegen keine der Mannschaften schon mal gespielt, geschweige denn verloren. Umgekehrt ist dem FCC sein Ruf wieder mal vorausgeeilt: Fünfzehn weitere Mannschaften – darunter auch Brasilien und die Färöer-Inseln – hatten ihre Teilnahme spontan abgesagt, nachdem bekannt wurde, dass der FC Criminale an der Ruhr dabei sein wird.

„Natürlich fahren wir da hin, um zu gewinnen“, sagte Teamchef Andreas „El Niño“ Izquierdo vor dem Turnier. „Wir sind bis in die Nasenhaarspitzen motiviert.“ Seit Wochen bereiteten sich die Spieler auf das Großereignis vor – mit ausgedehnten Taktik-Diskussionen, aggressivem Däumchendrehen und natürlich mit dem wiederholten Anschauen der Videos „Lionel Messi – meine hundert besten Tricks“ sowie „Katsche Schwarzenbeck – meine hundert hinterlistigsten Rempler“.

Hier der Bericht unseres Hofberichterstatters Peter Godazgar:

Turnierbericht

Vielleicht war alles nur ein Missverständnis.

„Ich hatte meinen Spielern gesagt, wir sollten uns achtbar aus der Affäre ziehen. Vermutlich haben die Tro... äh Kollegen verstanden, wir sollten uns als Achter aus der Affäre ziehen“, sagt der Kapitän des FC Criminale, Andreas Izquierdo. Insofern kann man seinem Team natürlich nur gratulieren: Beim Ruhr-Lit-Cup 2010, der Europameisterschaft der Fußball-Nationalmannschaften – ausgetragen vom 30. April bis 2. Mai 2010 in Unna und Dortmund –, erkämpfte sich der FCC trotz größter personeller Probleme eben jenen herausragenden achten Platz.

Auch wenn Nachkarten nicht zum Stil des FCC gehört, so sollte doch auf einige Ungereimtheiten hingewiesen werden, mit denen sich vermutlich demnächst auch noch der DFB-Kontrollausschuss beschäftigen wird. Alle Fakten deuten jedenfalls darauf hin, dass die Krimielf im Laufe des Turniers systematisch benachteiligt worden ist. Unsere Beweise werden wir in Kürze bei „Stern TV“ offen legen (sofern Günther Jauch die Chuzpe hat, uns einzuladen). Nur so viel: Die FCC-Spieler mussten bei den Abendveranstaltungen immer am längsten auf ihr Bier warten. Außerdem wurde dem Team trotz wiederholt geäußerter Bitte keine Tafel zur Besprechung der Spielzüge bereitgestellt. Und dann waren in der Vorrunde immer nur zweimal 20 Minuten angesetzt: „Wir hatten uns jedes Mal gerade warmgelaufen, da wurde schon wieder abgepfiffen“, ärgert sich der FCC-Teamchef.

Für den FCC heißt es nun: nach vorne schauen. Schon in wenigen Monaten steht bei der Criminale in der Nordeifel die nächste Herausforderung an. Team-Chef Izquierdo ist optimistisch: „Wir streben auf jeden Fall einen Platz unter den ersten Zwei an.“

Ergebnisse

Für Statistik-Freunde hier noch die obligatorischen Zahlen zum EM-Verlauf:

Gruppe 1: Österreich, Schweden, Türkei, England
Gruppe 2: Deutschland, Italien, FC Criminale, Ungarn

Vorrunden-Ergebnisse

Gruppe 1:
Österreich-Schweden: 0:5
Türkei-England: 0:0
Türkei-Österreich: 2:0
Schweden-England: 1:0
England-Österreich: 1:1
Schweden-Türkei: 1:3

Gruppe 2:
Deutschland-Italien: 0:0
FC Criminale-Ungarn: 0:2
FC Criminale-Deutschland: nicht überliefert (gerüchteweise 1:12, nach Elfmeterschießen, Anschlusstreffer, wie immer: Norbert „Bomber“ Horst)
Italien-Ungarn: 0:0
Ungarn-Deutschland: 1:1
Italien-FC Criminale: 5:0

Spiel um Platz 7: Österreich-FC Criminale: 5:0 (na und? Hätten wir den Ösis die Reise komplett vermiesen sollen?!)

Spiel um Platz 5: England-Ungarn: 5:7 n.E. (2:2)

Halbfinale:
Türkei-Italien: 5:3 n.E. (1:1)
Deutschland-Schweden: 4:0

Spiel um Platz 3
Italien-Schweden: 2:1

Zusatzzahl: 4, Super-Sechs: 3-8-6-2-7-3. Alle Angaben, wie immer, ohne Gewähr

Aufstellung

Monica 'Kralle' Lechner
Daniel 'Daddy Longbein' Badraun
Berti 'Schädelknacker' Knorr
Jürgen 'Zinedine' Siegmann
Klaus 'Stickinho' Stickelbroeck
Alex 'Alessandro del Inferno' Pfeiffer
Andreas 'El Niño' Izquierdo
Horst 'Horstinho' Eckert
David Knorr
Jean 'Zwölfmeterschinder' Wiersch
Thomas Hölscher
Andreas Heckmann
Norbert 'Bomber' Horst